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Kritische Schulpädagogik(Wie) kann Unterricht koloniale Strukturen und Inhalte reflektieren und überwinden?Titel, Thesen, Promotionen

7. April 2026, von Lennart Wichmann

Sidney Oliveira

Foto: privat

Sidney Oliveira ist Doktorand an der Fakultät für Erziehungswissenschaft im Arbeitsbereich „Allgemeine Erziehungswissenschaft und Historische Bildungsforschung“.

Wie bringen Lehrkräfte postkoloniale Perspektiven in ihren Unterricht ein und welchen Hürden begegnen sie dabei? Das untersucht Sidney Oliveira, Doktorand an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg. Im Interview spricht er darüber, auf welchen Ebenen der Kolonialismus wirkt und warum auch Forschungsmethoden entsprechend reflektiert werden müssen.

In Ihrer Dissertation geht es um Postkolonialismus und die eurozentrische Wissensordnung in unseren Schulen. Was bedeutet das konkret?

Es zeigt sich, dass die Curricula von einem sehr weißen Kanon geprägt sind. Menschen, die nicht weiß oder außereuropäisch sind, haben beispielsweise selten einen Platz in den Bildungsplänen. Und wenn sie vorkommen, stellt sich die Frage nach dem „Wie“: Werden sie rassistisch dargestellt oder findet ein Prozess des „Othering“ statt, also die Darstellung bestimmter Gruppen als fremd oder andersartig?

Die Schule reproduziert auf vielen Ebenen koloniale Ordnungen. Das fängt bei Schulnamen an, wenn etwa Immanuel Kant oder Alexander von Humboldt heroisiert werden, obwohl sie eine Kolonialgeschichte haben. Auch muss man sich anschauen, wer Wissen vermitteln darf. In Hamburg hat fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler einen sogenannten Migrationshintergrund, ein Begriff, mit dem man kritisch umgehen muss, da er nicht dasselbe meint wie ‚Race‘, aber eine statistische Notlösung darstellt, um Diversität überhaupt quantifizierbar zu machen. In der Lehrerschaft spiegelt sich diese Diversität jedoch nicht wider. Die Schule reproduziert eine Ordnung, in der rassifizierte Menschen meist im Küchenpersonal, als Hausmeister oder im Reinigungsdienst tätig sind, von der Position der Wissensvermittlung sind sie weitestgehend ausgeschlossen.

Was untersuchen Sie in Ihrer Arbeit genau?

Ich gehe der Frage nach, wie eine postkoloniale Unterrichtsdidaktik an Schulen aussehen kann – wobei der Forschungsstand zeigt, dass es offiziell kaum Auseindersetzungen gibt und dass an den Schulen eine Notwendigkeit besteht, so etwas zu implementieren.

Allerdings nehme ich an, dass es Lehrkräfte gibt, die sich privat oder im Studium damit auseinandergesetzt haben und deshalb im Unterricht bereits entsprechend handeln – in Bezug auf Inhalte, Medien, Ziele und Methoden. Das nennt man ‚subjektive didaktische Theorien‘. Ich schaue mir an, was diese Lehrkräfte aufgrund ihrer normativen Überzeugungen in ihrem Unterricht ändern und wie sie versuchen, postkoloniale Ansätze im Kontext schulischer Machtordnungen zu integrieren.

Welche Methodik haben Sie angewendet?

Ich habe deutschlandweit Lehrerinnen und Lehrer aus vielen Fachbereichen befragt: Deutsch, Fremdsprachen, MINT-Fächer, Gesellschaftswissenschaften, künstlerische Fächer sowie Philosophie und Religion. Die Befragten unterrichten im Sekundarbereich, also von der fünften Klasse bis zum Abitur.

Dafür habe ich qualitative Leitfadeninterviews geführt, die Lehrkräfte zu ihrem Unterricht befragt und das Material ausgewertet. Die Methodik war dabei gar nicht so einfach festzulegen, da gerade die qualitative Forschung selbst eine koloniale Geschichte hat und eine kritische Reflexion erfordert. Konkret bedeutet das, dass ich das Interviewmaterial nicht nur in Hinblick auf die postkoloniale Theorie betrachte, die ich anwende, sondern auch mich als forschendes Subjekt und als Schwarze Person berücksichtige. Ich schaue also, wie diese drei Aspekte mit dem empirischen Material synergistisch zusammenkommen und welche Ergebnisse daraus entstehen.

Sie beschreiben die Schule als Teil einer kolonialen Logik. Können Sie das an einem konkreten Beispiel festmachen?

Ja, das kann man an der Theorie des ‚Racial Capitalism‘ gut aufzeigen. Sie besagt, dass im Kapitalismus ökonomische Strukturen und Rassismus einander bedingen, da die gesamte Logik der Ausbeutung mit dem Kolonialismus entstanden ist und auch die Idee von permanenter Mehrproduktion und der heutige Weltmarkt darauf basieren.

In meiner Forschung wird ersichtlich, dass die Schule diese Logik reproduziert, selbst in vermeintlich kritischem Unterricht. Schule funktioniert zum Beispiel massiv über Arbeitsmaterial: Woher kommt das Papier für Arbeitsblätter? Oder die Akkus für die Smartboards? Die gesamte materielle Beschaffenheit der Schule ist in diese Logik verwoben.

Die Arbeit will verdeutlichen, in welchen Spannungsverhältnissen sich die Lehrkräfte befinden. Sie haben einerseits den Anspruch, postkolonial zu unterrichten, sind aber andererseits Teil einer Institution mit Vorgaben und immanenten Regeln. Da entstehen Widersprüche, denn auch wenn sensibilisierte Lehrkräfte nicht einfach nur das reproduzieren, was der Bildungsplan erwartet, können sich doch nicht ganz davon lösen, weil sie beispielsweise Schülerinnen und Schüler auf Abschlussprüfungen vorbereiten müssen. Dieses Spannungsverhältnis interessiert mich.

Was ist eine wichtige Erkenntnis Ihrer Arbeit für Lehrkräfte, die ihren Unterricht verändern wollen?

Von Lösungsansätzen wollte ich mich in meiner Forschung distanzieren, weil das das Problem zu sehr vereinfachen würde. Aber ein Ergebnis meiner Arbeit ist ein Modell, das die oben beispielhaft angerissenen Dynamiken darstellt. Es soll Lehrkräften helfen, Emotionen wie Frustration, Wut oder Trauer überhaupt erst einmal zur Sprache zu bringen und einzuordnen. Zudem soll es ihnen verdeutlichen, dass sie als Individuen nicht allein das Problem sind, denn die gesamte Macht- und Wissensordnung der Schule reproduziert diese Zustände. 

Mir ist außerdem aufgefallen, dass Lehrkräfte, die selbst von Rassismus betroffen sind, oft sicherere Intuition für den Umgang mit bestimmten Situationen haben als die befragten weißen Lehrkräfte. Betroffene sagen häufig: ‚Ich war selbst Schüler und weiß, wie sich das anfühlt, deshalb will ich bestimmte Dinge nicht reproduzieren.‘ Aber auch sie haben kein Patentrezept. Hier soll meine Arbeit helfen, Räume und Ansätze für Diskurse aufzuzeigen.

Zur Person

Sidney Oliveira ist Doktorand an der Fakultät für Erziehungswissenschaft im Arbeitsbereich „Allgemeine Erziehungswissenschaft und Historische Bildungsforschung“. Er ist Teil der Forschungsgruppe „PostKol: Erziehung, Bildung, (Post-)Kolonialismus“, die sich mit postkolonialer Theorie im Kontext der Erziehungswissenschaft und Fragen der Dekolonialität befasst. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in post- und dekolonialen sowie rassismuskritischen Didaktiken, Schwarzen Wissensformen und Epistemologien sowie der Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland und ihrer Situation im deutschen Bildungssystem.

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