Soziale Wirkungsmessung in der PraxisWirkung gemeinsam sichtbar und gestaltbar machen

Foto: UHH
Wie wird gesellschaftliche Wirkung sichtbar? Studierende entwickeln gemeinsam mit Hamburger Organisationen konkrete Wirkungslogiken und Berichte – und stärken so deren Fähigkeit, Wirkung strategisch zu steuern und transparent zu kommunizieren.
Gemeinnützige Organisationen stehen zunehmend unter Druck, die Wirkung ihrer Arbeit nachvollziehbar zu belegen – gegenüber Förderinstitutionen, Spender:innen und der Öffentlichkeit. Gleichzeitig fehlen im Arbeitsalltag oft Zeit, Ressourcen und methodisches Know-how, um soziale Wirkung systematisch zu erfassen und strategisch zu nutzen. Die Seminarreihe „Soziale Wirkungsmessung in der Praxis“ schuf an der Universität Hamburg einen ko-kreativen Lernraum, in dem Studierende und Hamburger Organisationen gemeinsam an dieser Herausforderung arbeiteten. Während der Transferfondsförderung arbeiteten 27 Masterstudierende mit neun Organisationen zusammen – darunter Bridge&Tunnel, Hanseatic Help, R1SE, SEEd und Visions for Children.
In enger Abstimmung entwickelten die Studierendenteams Wirkungslogiken, führten qualitative und quantitative Erhebungen durch und erstellten neun Wirkungsberichte nach dem Social Reporting Standard. Diese Berichte werden von den Organisationen heute für ihre strategische Weiterentwicklung, ihre Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit Förderern genutzt. Aus einer oft vagen Vorstellung von „Wirkung“ wurden strukturierte, anschlussfähige Konzepte. Der didaktische Aufbau verband wissenschaftliche Fundierung mit praktischer Anwendung. In Workshops und direkten Arbeitsphasen – digital und vor Ort – entstanden tragfähige Kooperationen. Wirkungsmessung wurde dabei nicht als reine Rechenschaftspflicht verstanden, sondern als Instrument gemeinsamen Lernens und strategischer Gestaltung.
Die Wirkung des Projekts zeigt sich gleich auf mehreren Ebenen: Neun Organisationen verfügen über fundierte, extern entwickelte und zugleich eng abgestimmte Wirkungsberichte. Studierende haben praxisrelevante Kompetenzen erworben und einen intensiven Einblick in die Hamburger Zivilgesellschaft gewonnen. Drei von ihnen engagieren sich über das Seminar hinaus weiter freiwillig in ihren Partnerorganisationen – ein Zeichen nachhaltiger Verbindung. Gerade in Zeiten knapper Mittel und steigender Transparenzanforderungen macht das Projekt deutlich, wie transferorientierte Lehre dazu beitragen kann, soziale Wirkung nicht nur zu dokumentieren, sondern gemeinsam weiterzuentwickeln. Hier entsteht eine Brücke zwischen Universität und Zivilgesellschaft, die auf beidseitigem Lernen und gemeinsamen Engagement beruht.
Transferprojekt "Soziale Wirkungsmessung in der Praxis"
Projektleitung
- Dr. Christina Kannegießer (Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Sozialökonomie)
- Dr. Svenja Tobies (Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Sozialökonomie)
- Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons (Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Sozialökonomie)
Kooperationspartner:innen
- Bridge&Tunnel GmbH
- Die Zukunfts Gesellschaft e.V.
- Hanseatic Help e.V.
- THE NOC – Network of Competence