Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag professionell gestalten

Foto: BeSS im Ganztag
Mit dem bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 wächst der schulische Ganztag rasant. Mehr Plätze entstehen – doch Qualität entsteht nicht automatisch. Gerade Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote bieten die Möglichkeit den Alltag vieler Kinder entscheidend zu prägen und Bildungserfahrungen außerhalb des Schulstoffs zu ermöglichen. Ob diese Angebote aber reine Betreuung bleiben oder zu echten Bildungsräumen werden, hängt von ihrer pädagogischen Qualität ab. Hier setzt das Projekt zur Qualifizierung und Professionalisierung von Bewegung, Spiel und Sport im schulischen Ganztag an. Ziel ist es, BeSS-Angebote nicht nur als Zusatzprogramm, sondern als integralen Bestandteil ganzheitlicher Bildung zu verankern - als Motor für soziale, emotionale und personale Entwicklung.
Das Projekt wurde im Sommersemester 2025 als ko-konstruktives Seminarkonzept an der Universität Hamburg umgesetzt – bewusst in einer Phase, in der Strukturen des Ganztags neu entstehen und gestaltbar sind. Lehramtsstudierende und Bewegungswissenschaftsstudierende arbeiteten gemeinsam mit Schulen, Sportvereinen, Bildungsträgern, Krankenkassen sowie Vertreter:innen aus Verbänden und Koordinationsteams des Ganztags zusammen. In Workshops, Netzwerktreffen und Lehrveranstaltungen verzahnten sich wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen. Gemeinsam schärften die Beteiligten Qualitätskriterien, reflektierten Kooperationsmodelle und entwickelten konkrete Qualifizierungsbausteine. Studierende waren nicht nur Lernende, sondern Mitgestaltende eines Transferprozesses zwischen Hochschule und Praxis.
Die Wirkung zeigt sich gleich auf mehreren Ebenen: Lehramtsstudierende ebenso wie Studierende der Bewegungswissenschaft erwerben professionsbezogene Handlungssicherheit für den bewegten Ganztag. Praxispartner:innen erhalten konzeptionell fundierte Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Angebote. Gleichzeitig entstehen nachhaltige Kooperationsstrukturen zwischen Schule, Sport und Wissenschaft. So trägt das Projekt dazu bei, den Ganztag sowohl quantitativ auszubauen als auch qualitativ pädagogisch fundiert zu prägen. Bewegung, Spiel und Sport werden als verbindlicher Bestandteil schulischer Bildung gestärkt – und damit zugleich die Teilhabechancen von Kindern langfristig verbessert.
Transferprojekt "Qualifizierung und Professionalisierung für Bewegung, Spiel und Sport (BeSS) im schulischen Ganztag – BeSS im Ganztag"
Projektleitung Dr. Katrin Steinvoord (Fakultät für Erziehungswissenschaft, EW 4, Arbeitsbereich Bewegung, Spiel und Sport)
Interne Partnerinnen:
- Holz, Lea (Fakultät für Psychologie und Bewegungswissenschaft, Arbeitsbereich Sportpädagogik)
- Langer, Wiebke, Dr. (Fakultät für Psychologie und Bewegungswissenschaft, Arbeitsbereich Sportpädagogik)
- Niehues, Maike, Dr. (Fakultät für Psychologie und Bewegungswissenschaft, Arbeitsbereich Sportpädagogik)
Externe Partner:innen:
- Björn Böhling (Koordinator des Arbeitsbereich Bewegung & Sport am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI))
- Monika Renner (Schulleitung Gymnasium Langenhorn)
- Oliver Günther Teamleiter Marketing & Prävention der AOK Hamburg/Rheinland)
- Prof. Dr. Anne Reimers (Professorin des Arbeitsbereichs „Public Health und Bewegung“ der Friedrich-Alexander Universität zu Erlangen)
- Beate Ulisch und Frank Fechner (Geschäftsführung ETV Kinder- und Jugendförderung)